
Das äußere Erscheinungsbild
Wer es bis auf diese Seite geschafft hat, dem muss man die US-Actionserie "Knight Rider" rund um das sprechende Wunderauto "KITT" und seinen Lederjacke tragenden Fahrer "Michael Knight" sicherlich nicht näher vorstellen. Vielleicht sollte noch kurz daran erinnert werden, dass Knight Rider nicht nur ein sehr erfolgreiches Fernsehformat gewesen ist, sondern unbestritten Pionierarbeit für die heutige Automobilindustrie geleistet hat: autonomes Fahren, kratzerresistente Lacke, antizipierende Assistenzsysteme, Antrieb durch Wasserstoff und ein von der Norm abweichendes Lenkrad sind Eigenschaften, die KITT bereits im Jahre 1982 vorweisen konnte und Ingenieure weltweit inspiriert haben, die "Zukunft von gestern" in die Gegenwart zu beamen.
Mit nahezu dem gleichen Enthusiasmus ist die Replika von "KITT Herford" geplant worden. Von Beginn an stand fest, dass sich der Nachbau so dicht wie möglich am Vorbild aus dem Fernsehen orientieren muss - sowohl optisch als auch emotional. Wer heute im schwarzen Pontiac von "KITT Herford" Platz nimmt und in seiner Jugend "Knight Rider" geliebt hat, wird unweigerlich in die Gefühlswelt der achtziger und neunziger Jahre zurückversetzt! Der Turbo Boost-Knopf bringt die Sitze zum Wackeln und KITTs Stimme ist entweder KI-generiert oder - ganz seriengetreu - die Originalstimme von Gottfried Kramer. ATARI-Videospiele sind natürlich auch mit an Bord. Sämtliche Details haben ihren festen Platz gefunden. Nicht einmal das Odeur im Inneren des Fahrzeugs wurde dem Zufall überlassen: Eine elegante Komposition aus einem in den frühen achtziger Jahren erfolgreichen Parfüm mit maskulinen Kopfnoten und ledrig duftendem Castoreum-Extrakt lässt fast unbewusst erahnen, dass noch vor wenigen Momenten Michael Knight im Fahrzeug gesessen haben könnte.
Aber von Beginn an: Die Basis für diesen KITT-Nachbau ist ein Pontiac Firebird von 1991. Glücklicherweise kam der Wagen in einem ordentlichen Zustand daher, hatte wenige Kilometer auf dem Buckel und konnte von Werk aus mit einigen Extras punkten. Denn über Ausstattungsmerkmale wie zum Beispiel Tempomat, elektrische Fensterheber und Verstellung der Sitze, Klimaanlage sowie eine Zentralverriegelung verfügten zu der Zeit bekanntlich nur wenige Mittelklasseautos auf dem deutschen Fahrzeugmarkt. Auf der anderen Seite war der Firebird rot statt schwarz, und es fehlten einige Knight Rider-spezifische Karosserieteile. Wer beim Anschauen der Serie aufgepasst hat, dem wird die ungewöhnliche Motorhaube aufgefallen sein, mit der längst nicht alle Firebirds ausgestattet wurden und die heute kaum noch zu bekommen ist. Das Gleiche gilt für die sogenannten Turbo Cast-Felgen mit den schwarzen Radkappen in Bowlingkugel-Optik sowie die PMD-Sitze, die durch ihre prägnante Form von außen gut zu erkennen sind. Ferner mussten die Kotflügel, Rückleuchten, Seitenspiegel, und die Heckschürze getauscht werden, um einen authentischen Knight Rider-Look zu erzielen. Die beiden Plexiglas-Dachhälften wurden durch solche aus verspiegeltem Glas ersetzt; und auch die Heckscheibe wurde ausgewechselt, weil sie im Fernsehen keine Heizdrähte hatte. Des Weiteren durfte die spitz zulaufende Front-Stoßstange nicht vergessen werden - eine gelungene Abformung aus Glasfaserkunststoff, in der das rote Lauflicht untergebracht ist. Bunte "Door-LEDs" unter den Türgriffen, die in einigen Folgen anzeigten, ob jemand zum Einstieg berechtigt war, eine dezent getönte Abdeckung für die Rücklichter sowie eigens angefertigte Aluminiumschilder vervollständigen das Erscheinungsbild.
Übrigens: Bei genauer Betrachtung existierten mehrere Varianten des Filmautos. Denn je nach Episode und Staffel waren teilweise deutliche Abweichungen von der Idealvorlage des Serienautos zu erkennen. Den größten Umbruch gab es zu Beginn der dritten Staffel, als KITT ein komplett verändertes Armaturenbrett erhielt. Auch in der vierten Staffel sorgten der "Super Pursuit Mode" und die Cabrio-Funktion noch einmal für eine äußerliche Veränderung. Die Replika von "KITT Herford" orientiert sich durchweg an der Idealvorlage der ersten beiden Staffeln, was Fans der Serie leicht an der vorderen Stoßstange und dem klassischen Armaturenbrett feststellen werden.
Mit diesem Bild vor Augen wurde das rote Basisfahrzeug zunächst in seine Einzelteile zerlegt und danach Stück für Stück schwarz-glänzend lackiert. Der Motorraum wurde mit Trockeneis gestrahlt und anschließend ebenfalls lackiert. Auch die Fahrzeugtechnik wurde auf Vordermann gebracht, dort wo es notwendig war. Vermeintliche Kleinigkeiten, wie der Einbau des Halogenscanners und das Anbringen von Außenlautsprechern, entpuppten sich oft als kniffelig - nervenaufreibende Nachtschichten in der Werkstatt waren das Ergebnis.
Nachdem der Außenumbau schließlich beendet werden konnte, sah der vormals rote Firebird dem echten "Knight Industries 2000" schon verblüffend ähnlich. Der Fokus aber galt zunächst erneut der Instandhaltung der Fahrzeugtechnik. Denn im Gegensatz zum Original aus der Serie ist die Basis von "KITT Herford" leider nicht unzerstörbar, so dass immer mit kleinen oder großen Reparaturen zu rechnen ist.
Letztlich hat jedoch alles geklappt, so dass mit der Umgestaltung des Innenraums begonnen werden konnte - ein Unterfangen, das nicht minder an den Nerven zerrte und enorm viel Zeit kostete. Die gesamte Umbauphase bis hin zur fertigen Replika dauerte fast sechs Jahre. In dieser Zeit stand das Auto an fünf verschiedenen Standorten, ohne dass es im öffentlichen Straßenverkehr bewegt wurde.
Weiterführende Informationen zur Erfolgsserie "Knight Rider" mit garantiert lesenswerten Fakten über das sprechende Wunderauto, die mitwirkenden Schauspieler sowie Hintergründe der TV-Reihe gibt es auf Wikipedia, IMDb und fernsehserien.de.















